Theoretischer Hintergrund: Embodiment Theorien postulieren eine enge reziproke Wechselwirkung zwischen dem motorischen System und emotionalen Prozessen. In einer Serie von mehreren Studien wurde untersucht, ob sich (1) Unterschiede in den Gangmustern von akut und niemals depressiven Personen zeigen; (2) ob sich solche Gangcharakteristika auch bei nicht-depressiven Personen nach Induktion von trauriger Stimmung zeigen; (3) ob sich auch bei ehemals depressiven Patienten Auffälligkeiten im Gangmuster zeigen und (4) ob Mindfulness-based Cognitive Therapy (MBCT) einen normalisierenden Einfluss auf die Gangmuster ehemals depressiver Patienten hat. Methoden: Gangmuster von 14 akut depressiven Patienten, 23 ehemals depressiven Patienten, die an einem MBCT-Kurs teilnahmen und 29 niemals depressiven Versuchspersonen wurden analysiert. Ergebnisse: Die Gangmuster ehemals depressiver und akut depressiver Patienten unterscheiden sich von niemals depressiven VPn. MBCT hat einen teilweise normalisierenden Effekt auf das Gangmuster. Diskussion: Depressive Personen zeigen Auffälligkeiten im Bereich des motorischen Systems. MBCT verändert diese Auffälligkeiten und hat somit möglicherweise günstige Auswirkungen auf propriozeptives Feedback, das im Rückfallgeschehen eine wichtige Rolle spielen könnte.